In diesem Blog veröffentliche ich Buchauszüge, Gedichte und eigene Gedanken zum Thema des inneren Kindes und des Kindseins überhaupt.
Eigentlich haben wir viele innere Kinder in uns: solche voller Energie, aber auch verletzte und sterbende Kinder, die wieder zu wirklichem Leben erweckt sein wollen ...
Ohne lebendige innere Kinder sind Erwachsene ohne wirkliche Individualität und oft nicht fähig zu spielen und kreativ zu sein ... Wie also die Kinder in uns wahrnehmen, wie mit ihnen umgehen?

Montag, 7. Oktober 2013

Alle Mütter waren einmal klein ... Mütter bleiben später oft allein ... Mascha Kalékos Rück-Sicht.



              Alle Mütter waren einmal klein.

              Kinder können das oft gar nicht fassen.

              Wenn die Kinderschuhe nicht mehr passen,

              Fällt es ihnen wohl zuweilen ein.

             Große Kinder suchen fremde Gassen,

             Mütter bleiben später oft allein.

             Alle Kinder werden einmal groß.

            Mütter können das oft nicht begreifen.

             Kleines Mädchen mit den bunten Schleifen,

             Spieltest gestern noch auf ihrem Schoß;

            Kleiner Sohn, mußt du die Welt durchstreifen?

            Mütter haben oft das gleiche Los.

            Alle Stuben werden einmal leer.

            Kahl der Tisch, verwaist und stumm der Garten.

            Diele knarrt. Und Mütter schweigen, warten...

            Manchmal kommt ein Brief von weitem her.

            Stern verlischt. Und all die wohlverwahrten

            Tränen tropfen ungeweint ins Meer –

                          aus In meinen Träumen läutet es Sturm
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