In diesem Blog veröffentliche ich Buchauszüge, Gedichte und eigene Gedanken zum Thema des inneren Kindes und des Kindseins überhaupt.
Eigentlich haben wir viele innere Kinder in uns: solche voller Energie, aber auch verletzte und sterbende Kinder, die wieder zu wirklichem Leben erweckt sein wollen ...
Ohne lebendige innere Kinder sind Erwachsene ohne wirkliche Individualität und oft nicht fähig zu spielen und kreativ zu sein ... Wie also die Kinder in uns wahrnehmen, wie mit ihnen umgehen?
Dienstag, 30. Juli 2013
Die Stimme der Stille und die Phantasie: Ohne sie gelangen wir nicht zu uns selbst!
Es gibt eine Nahrung, die wir unterschätzen für unseren Weg zu uns selbst: Diese Nahrung ist das Leben in der Poesie und das Land Phantásien, die uns den Weg weisen, um in unseren inneren Turm aus Elfenbein zu gelangen, in dem jemand wohnt, der uns um den Hals fallen möchte :-)
Alle Bilder, die Michael Ende in der Unendlichen Geschichte verwendet, alle Gestalten, die vorkommen, alle Prüfungen, die auftauchen, sind Prüfungen, Bilder, Gestalten unseres Inneren.
Die Unendliche Geschichte ist Nahrung pur für unsere Seele und Atréju und die Kindliche Kaiserin sind Seiten unseres inneren Kindes, ja dieses selbst!
Ausführlicher habe ich hier darüber geschrieben:
❂ Großes Rätsel Tor, Zauber Spiegel Tor, Ohne Schlüssel Tor und die Stimme der Stille: die Prüfungen Atréjus in der “Unendlichen Geschichte” sind auch unsere Prüfungen. Die Hilfen: Das Reich der Poesie, der Phantasie!
Samstag, 27. Juli 2013
"Nicht nachmachen" – wenn initiationsdemente Männer Sendezeit im ZDF bekommen, um Krieg zu spielen (wo es doch so lange keinen gibt ...)
Vielleicht müssen mittlerweile, um für den Winter oder das Alter vorzusorgen, Comedians, Clamaucians - oder wie sich solche Leute wie Bernhard Hoëcker und Wigald Boning nennen - jedes Angebot, in einer Sendung mitzuwirken, wahrnehmen.
Vielleicht aber stammt das Sendekonzept sogar von ihnen?
Wirklich kommt es aus Norwegen, doch vorstellbar wäre es durchaus gewesen; ihr Niveau scheint es zu sein -
so überzeugend kindisch, wie die beiden spielen.
So begeistert, wie sie tun.
Mutwillig zerstören sie, was ihnen in den Sinn kommt, und freuen sich wie kleine Kinder.
Da wird freitags nach 22.30 Uhr ein Wasserbett im Zimmer zum Bersten gebracht, ein Badezimmer mit Wasser aufgefüllt, bis der Boden durchknallt; da wird ausprobiert, wieviel Bar ein Traktorreifen aushält – natürlich in einer Holzhütte, damit ordentlich was kaputt geht – oder was geschieht, wenn man einen Kamin mit Benzin reinigt bzw. einer Waschmaschinenfüllung ordentlich Reinigungsbenzin zugibt..
Knallen, rumsen, scheppern muss es eh möglichst laut und lichterloh lodern.
Das Ergebnis der letzten Sendung am Freitagabend, 22.30 Uhr, u.a.: ein zerborstener Traktorreifen samt Holzschuppen, ein explodierender, hell lodernder Wohnwagen, eine explodierende und lichterloh brennende Waschmaschine.
Nicht nachmachen: pädagogisch wertvoll
Ich habe letztes Jahr schon einmal in diese Sendung reingeguckt und dachte:
Das kann nicht sein. Irgendwann taucht Guido Cantz auf, der Moderator von Verstehen Sie Spaß - mittlerweile hat man sich auch an ihn gewöhnt - und alles macht hahaha ...
Aber nein, so war es nicht.
Die Sendung will als Destruktions-Orgie ernst genommen sein.
Als neues Sendekonzept ist sie sicherlich echoverdächtig in der Kategorie "Mediale Destruktion ohne Sinn".
Wo die Chancen auf einen Weltkrieg oder einen Krieg in Europa so schlecht stehen, muss man die innere Destruktivität einfach anderweitig ausleben.
Die Sendung dient der deutschen Seelenhygiene, kann man vermutlich aus ZDF-Kreisen hinter vorgehaltener Hand hören ...
Bevor nämlich Männer wieder ihre Frauen schlagen oder Midlife-Crisisler sich heimlich zu illegalen Autorennen rund ums Viertel treffen: lieber Aggressions- und Destruktionsabbau im Fernsehen!
Zudem sind die Staffeln ohnehin an pädagogischem Wert unüberbietbar, weil im Physik- oder Werk-Unterricht ideal einsetzbar als Anschauungsmaterial, wie man es nicht machen soll, und heimlicher Ideengeber zugleich; das ZDF verhandelt, wie man hört, mit den Landesmedienstellen ...
Klar soll zudem auch werden: Ihr, liebe Kinder und Jugendliche, müsst schon warten, bis ihr erwachsen seid, um solche Kindereien machen zu dürfen.
Wehe, ihr geht heim, und reißt der Puppe der kleinen Schwester die Arme und Beine aus, übergießt sie dann mit Benzin und zündet sie an.
Dann seid ihr gestört.
Wenn ihr mal Männer seid, könnt ihr das machen ... und noch ganz andere Sachen ... guckt ZDF !!
Größe durch Bums
Richtig, richtig tolle Sachen, findet Andrea Kiewel, die unvergleichliche Gärtnerin der ZDF-Sonntagmorgen-Unterhaltung das, was die beiden machen (immerhin ist Nicht nachmachen, wie sie selbst erklärt, ihre Lieblingssendung) und freut sich wie Bolle, wie sie selbst in ihrem Garten vom Blatt abliest, dass Bernhard Hoëcker und Wigald Boning auf einem Traktor in ihre Sendung einfahren (weil doch dann der Exklusiv-Versuch mit dem Traktorreifen sich zwingend anschließt ...).
Die beiden gehen der richtig richtig aufgeweckten Moderatorin bis an die Schultern.
Ob das erklären könnte, warum sich die beiden für ihren 30-minütigen Schwachsinn zur Verfügung stellen?
Oder es ist ganz einfach so:
Bekanntlich fehlt den männlichen Jugendlichen von heute das, was man Initiation nennt, das rituelle Aufgenommenwerden in den Status eines Mannes.
Die Alternative ist Komasaufen oder Nicht nachmachen nachmachen.
Nicht nachmachen also als Therapie für initiationsdemente Männer?
So viel Bewusstsein darf man den beiden großen Buben Hoëcker und Boning schon zutrauen.
Oder doch nicht?
Immerhin weist Bernhard Hoëcker Andrea Kiewel, von ihr auf seine Kleidung angesprochen, darauf hin, dass seine Mutter wolle, dass wenn er im Fernsehen auftrete, er ordentlich gekleidet sei.
Komisch, Komisch, eigentlich ist der 43-Jährige verheiratet. Eigentlich müsste ihm die Meinung seiner Frau doch wichtiger sein als die der Mutter ...
Manchmal kommt die Wahrheit eben an den Tag.
Die Mutter ist halt wichtig für den großen Bub. Das erklärt auch, dass er sich in der Sendung entsprechend benimmt, wie ein großes Kind eben, das schreit, feixt, zetert, wenn etwas zu Bruch geht, je lauter, desto besser ... wenn man die Sendung sieht, findet man das Kind allenthalben gespiegelt.
Dieses Kind im Mann tut niemand gut, am wenigstens Bernhard Hoëcker selbst.
Wollte der ZDF-Intendant ursprünglich mitmoderieren?
In der nächsten Staffel wollen sie vermutlich probieren, was passiert, wenn man in einem AKW das Kühlsystem ausschaltet ...
Gerade will ich in der Mediathek in den Live-Stream einer Sendung hineinschauen, da lese ich:
Diese Sendung ist für Zuschauer unter 12 Jahren nicht geeignet und nur in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr innerhalb Europas abrufbar.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Meine Güte, was für ein Gag ...
Womöglich ist der dem Intendanten selbst eingefallen.
Armes ZDF.
Die nächste Staffel soll womöglich zur Top-Prime-Time gesendet werden, auf 90 Minuten erweitert.
Es sei denn, unser zeitgenössischer Max-und-Moritz-Verschnitt hat seinen AKW-Versuch schon mal vorgezogen.
Sonntag, 7. Juli 2013
Der Wunsch nach Glück und Ganzheit hat seine Wurzeln in unserer Kindheit.
Immer wieder mal fallen mir aus meiner Kindheit Lieder ein, die ich in den Gottesdiensten der Kirchengemeinde, in die ich sonntags notgedrungen immer mit meinen Eltern gehen musste, sang.
Lange Jahre allerdings war es in meiner Kindheit kein Zwang. Die Kirche war von außen kaum als solche zu erkennen, der Bau war wohl sehr improvisiert unmittelbar nach dem Krieg errichtet worden. So war auch der Kirchenraum im Inneren sehr schlicht, aber das genau machte sein Flair aus. Stuhlreihen standen sauber hintereinander, in der Mitte und außen konnte man zu seinen Sitzen kommen. Der Altarraum war eine etwas erhöht gebaute Holzbühne aus dunklem Holz. Darauf stand auch ein Harmonium. An der Wand hing, wenn ich mich recht entsinne, ein Tuch mit einem Kreuz, an einen Altar erinnere ich mich gar nicht mehr.
Der Pfarrer, wenn er predigte, stand in der MItte des großen Podestes; immer hielt er einfach die Bibel in der Hand, wenn er predigte.
In meiner Erinnerung war das allerdings, auch wenn ich, je älter ich wurde, desto mehr unter der Religiosität meiner Eltern gelitten habe, eine schöne Zeit. Oft war ich einfach glücklich, wenn ich da so zwischen anderen Kindern im Kindergottesdienst saß und zuhörte oder sang.
Selbst aus der späteren Zeit sind mir trotz aller Schwierigkeiten mit der Bigotterie, der ich begegnete, Lieder in Erinnerung geblieben, die ein Gefühl des Heilseins in mir auslösen. Klar, für mich ist es so, dass die Seele des Menschen von Natur aus religiös ist, ja, ich glaube, dass die Seele intuitiv nach Ganzheit und Heilung strebt, nach dem, was die Bibel formuliert als, wieder zu werden wie ein Kind. Kein Verstand hat damals irgendwelche Viren in mein Glück eingeschleust, einschleusen können. Kindheit, wenn sie nicht zwangsintellektualisiert wird, ist immun gegen Verstandesviren.
Ich saß einfach nur da und habe gehört und mit dem Herzen gesungen. Ich sehe mich noch sitzen, die Stühle waren hart, aber das war halt so.
Wir haben nicht nur verletzte innere Kinder, wir haben auch viele heile in uns.
Oft liegen sie unter Schutt und Asche.
Und doch wollen sie blühen, erzählen, dem €rwachsenen helfen.
Oft, ja, vielleicht sogar immer, meint der Erwachsene, das Ruder in der Hand halten zu müssen.
Unser inneres Kind wäre sehr oft der bessere Steuermann ...
Manches Lied, das mir einfällt, finde ich schrecklich, z.B. jenes, das beginnt: Mein Herz war schwarz von Sünd, / nun bin ich ein Gotteskind ...
Für ein Kind ein aberwitziges Lied.
Eines, was meiner Seele gut tut, ist das Folgende, und wenn ich rational herangehe, weiß ich auch, warum.
Aber das tue ich eigentlich nicht, wenn es in mir erklingt.
Erstmal hier das LIed:
1)
Ich blicke voll Beugung und Staunen hinein in das Meer seiner Gnad
und lausche der Botschaft des Friedens, die Er mir verkündiget hat.
Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein Blut macht hell mich und rein.
Mein Wille gehört meinem Gott; ich traue auf Jesus allein.
2)
Wie lang hab ich mühvoll gerungen, geseufzt unter Sünde und Schmerz!
Doch als ich mich ihm überlassen, da strömte sein Fried in mein Herz.
Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein Blut macht hell mich und rein.
Mein Wille gehört meinem Gott; ich traue auf Jesus allein.
3)
Sanft hat seine Hand mich berühret; er sprach: O mein Kind, du bist heil!"
Ich fasste den Saum seines Kleides: Da ward seine Kraft mir zuteil.
Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein Blut macht hell mich und rein.
Mein Wille gehört meinem Gott; ich traue auf Jesus allein.
4)
Der Fürst meines Friedens ist nahe; sein Antlitz ruht strahlend auf mir.
O horcht seiner Stimme; sie rufet: Den Frieden verleihe Ich dir!"
Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein Blut macht hell mich und rein.
Mein Wille gehört meinem Gott; ich traue auf Jesus allein.
Eigentlich mag ich diese Begriffe von Schuld und Sünde nicht, aber hier stören sie mich nicht, vielleicht, weil es ein Lied ist, das für mich unendlich viel Frieden und Sanftmut ausströmt.
Das Lied-Ich tut zu Beginn etwas ganz Wesentliches: Es beugt sich.
Ich glaube, es ist die Voraussetzung dafür, staunen zu können.
Und das Beugen und Staunen ist beides Voraussetzung, dieses Meer der Gnade sehen zu können, hineinsehen zu können in dieses Meer.
Wie schön formuliert.
Wie schön auch dieses Lauschen.
Gut, wenn wir noch lauschen können ...
... wieder lauschen können.
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Samstag, 29. Juni 2013
Mein Kind, wir waren Kinder, / zwei Kinder, klein und froh – Unser Vorname führt uns zu unseren Wurzeln.
Vermutlich gibt es kaum jemanden, der Heinrich Heine (1797-1856), wenn er ihn etwas kennt, nicht mag, seine freche Schreibe, seine Kunst, alle Borniertheit auf den Hebel zu nehmen und zu hinterfragen, was ihm mehr Schein als sein zu sein scheint. Man denke nur an sein Gedicht über die Herrschaften an den Teetischen, die so viel von Liebe sprechen und doch nicht wissen, über was sie reden. Wie gekonnt stellt Heine ihr blasiertes Getue seinen Gefühlen zu seinem Liebchen gegenüber (Sie saßen und tranken am Teetisch / Und sprachen von Liebe viel. / Die Herren, die waren ästhetisch, / die Damen von zartem Gefühl ...)
Eines seiner schönsten Gedichte finde ich das folgende, weil es so zärtlich die Kindheit zweier Kinder thematisiert, wie sie noch zu Zeiten war, als man noch - wie Heine selbst in einer Stadt wie Düsseldorf, seiner Heimatstadt - in Hühnerhäuschen kriechen und sich dort verstecken konnte.
Eines seiner schönsten Gedichte finde ich das folgende, weil es so zärtlich die Kindheit zweier Kinder thematisiert, wie sie noch zu Zeiten war, als man noch - wie Heine selbst in einer Stadt wie Düsseldorf, seiner Heimatstadt - in Hühnerhäuschen kriechen und sich dort verstecken konnte.
Ich habe das Gedicht in diesen Blog aufgenommen, weil ich es auch lese als Zwiesprach eines Mannes oder einer Frau mit ihrem eigenen inneren Kind eines Mannes oder einer Frau, in denen noch ihr inneres Kind so lebt, dass sie mit ihm auf diese zärtlich sich erinnerende Weise in Kontakt treten können.
In Wirklichkeit mag der 26-jährige Heine seine Lieblingsschwester Charlotte im Sinn gehabt haben.
In Wirklichkeit mag der 26-jährige Heine seine Lieblingsschwester Charlotte im Sinn gehabt haben.
Jedenfalls lesen wir bei Ludwig Marcuse in der rororo-Monografie (wobei man sich nicht irritieren lassen darf, dass Heinrich Heine hier noch Hary heißt):
In dem Häuschen Boikerstraße 10 naschte Harry Trauben; wurde Harry zur Strafe in den Hühnerwinkel gesperrt, wo er durch sein Krähen das Geflügel der Nachbarshöfe in Aufruhr brachte, lernte Harry die Buchstaben, welche die Mutter mit Kreide auf die Tür schrieb. In diesem Häuschen spielten Harry und die Schwester Charlotte, sein Liebling, morgens miteinander, wenn die anderen noch schliefen; sie suchten Reime.
Gefunden hat Heine später dann unter anderem folgende, die mir eben wie eine warme Erinnerung eines Erwachsenen an seine Kindheit vorkommen, an zwei innere Kinder, die noch so ganz und gar, so inständig und vollständig ins Spiel und ins Sein vertieft sein konnten:
Warum ich mir erlaube, es als Zwiesprache mit seinem inneren Kind, seinen inneren Kindern zu lesen?
Weil Heine so sehr um die Bedeutung der Kindheit weiß.
Weil mich obiges Gedicht erinnert an eines aus seiner Gedichtsammlung Romanzero, das dreißig Jahre später entstanden und überschrieben ist
Dabei kommt Kindheit in dem ganzen Gedicht eigentlich nicht vor:
Es ist eines seiner Lieder aus der Matratzengruft, wie Heine die Bettstatt in einem Haus nahe des Montmartre nannte, wo er dreißig Jahre dahinsiechte.
Warum ist die Kindheit verloren?
Und warum bricht das Herz, wo er doch treulich aushält?
Mein Kind, wir waren Kinder,
Zwei Kinder, klein und froh;
Wir krochen in’s Hühnerhäuschen
Und steckten uns unter das Stroh.
Wir krähten wie die Hähne,
Und kamen Leute vorbei –
Kikereküh! sie glaubten,
Es wäre Hahnengeschrei.
Die Kisten auf unserem Hofe,
Die tapezirten wir aus,
Und wohnten drin beisammen,
Und machten ein vornehmes Haus.
Des Nachbars alte Katze
Kam öfters zum Besuch;
Wir machten ihr Bückling’ und Knixe
Und Complimente genug.
Wir haben nach ihrem Befinden
Besorglich und freundlich gefragt;
Wir haben seitdem dasselbe
Mancher alten Katze gesagt.
Wir saßen auch oft und sprachen
Vernünftig, wie alte Leut’,
Und klagten, wie Alles besser
Gewesen zu unserer Zeit;
Wie Lieb’ und Treu’ und Glauben
Verschwunden aus der Welt,
Und wie so theuer der Kaffee,
Und wie so rar das Geld! – – –
Vorbei sind die Kinderspiele
Und Alles rollt vorbei, –
Das Geld und die Welt und die Zeiten,
Und Glauben und Lieb’ und Treu’.
Warum ich mir erlaube, es als Zwiesprache mit seinem inneren Kind, seinen inneren Kindern zu lesen?
Weil Heine so sehr um die Bedeutung der Kindheit weiß.
Weil mich obiges Gedicht erinnert an eines aus seiner Gedichtsammlung Romanzero, das dreißig Jahre später entstanden und überschrieben ist
enfant perdu
– verlorene Kindheit –
Dabei kommt Kindheit in dem ganzen Gedicht eigentlich nicht vor:
Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,
Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.
Ich kämpfe ohne Hoffnung, dass ich siege,
Ich wusste, nie komm ich gesund nach Haus.
Ich wachte Tag und Nacht - Ich konnt nicht schlafen,
Wie in dem Lagerzelt der Freunde Schar -
(Auch hielt das laute Schnarchen dieser Braven
Mich wach, wenn ich ein bisschen schlummrig war).
In jenen Nächten hat Langweil' ergriffen
Mich oft, auch Furcht - (nur Narren fürchten nichts) -
Sie zu verscheuchen, hab ich dann gepfiffen
Die frechen Reime eines Spottgedichts.
Ja, wachsam stand ich, das Gewehr im Arme,
Und nahte irgendein verdächt'ger Gauch,
So schoss ich gut und jagt ihm eine warme,
Brühwarme Kugel in den schnöden Bauch.
Mitunter freilich mocht es sich ereignen.
Dass solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gut
Zu schießen wusste - ach, ich kann's nicht leugnen -
Die Wunden klaffen - es verströmt mein Blut.
Ein Posten ist vakant! - Die Wunden klaffen -
Der eine fällt, die andern rücken nach -
Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen
Sind nicht gebrochen - nur mein Herze brach.
Es ist eines seiner Lieder aus der Matratzengruft, wie Heine die Bettstatt in einem Haus nahe des Montmartre nannte, wo er dreißig Jahre dahinsiechte.
Und warum bricht das Herz, wo er doch treulich aushält?
Mich berührt Heines Schicksal so sehr, weil ich glaube, dass sein Lebensschicksal eng damit verbunden ist, dass er seine Wurzeln verleugnete und vom Judentum zum Christentum konvertierte: Der Taufzettel ist das Entre Billett zur Europäischen Kultur, so schrieb er selbst und damit wird auch die Motivation klar, warum er seine Ursprungsreligion verleugnete. Nie aber sah er seine Konversion selbst in einem günstigen Licht: Einen neuen Namen annehmen (...) ist eine demüthigende Conzession, sagt er selbst.
Heine hat seine Wurzeln und seinen Namen, der sein Lebensprogramm enthält und eine tiefe Bedeutung hat, verleugnet; mit seiner Taufe nannte er sich Christian Johann Heinrich.
Wenn man sich mit Karlfried Graf Dürckheim beschäftigt und weiß, dass diesem wichtig war, dass bei jedem Menschen als symbolische Handlung der Selbstfindung der Vorname durch den Nachnamen muss, der Karlfried also durch den Dürckheim, der Johannes durch den Klinkmüller, der Harry durch den Heine, damit der Mensch zu sich selbst findet, weiß man, dass sich Harry Heine selbst der Chance beraubte, zu sich zu finden. Was nützt es, wenn der Heinrich durch den Heine findet? Dem Harry nichts!
Der Nachname steht stellvertretend für das, was die Gesellschaft und die Familie unserem wahren Sein, das der Vorname repräsentiert, entgegenstellt.
Bei Heine kam noch der Religionswechsel, der Wechsel einer Identität, die schon durch ihre Bezeichnung religio (= Rükbindung) uns mit unserem Ursprung verbinden will, hinzu.
Wie wehmütig klingt auf diesem Hintergrund obiges erstes Lied, in welchem Harry die Kindheit besingt.
Wie wehmütig klingt schon hier - Heine ist ungefähr 26 Jahre alt - die letzte Strophe.
Ungefähr 26 Jahre?
Damit ist ein weiterer Beleg dafür angesprochen, wie sehr Heine sich von sich selbst entfernt hat. Nie hat er sein wahres Alter, sein Geburtsdatum bekannt gegeben, sich zu sich bekannt, zu dem Zeitpunkt, als seine Seele die Erde zum ersten Mal wirklich berührte.
Ungefähr 26 Jahre?
Damit ist ein weiterer Beleg dafür angesprochen, wie sehr Heine sich von sich selbst entfernt hat. Nie hat er sein wahres Alter, sein Geburtsdatum bekannt gegeben, sich zu sich bekannt, zu dem Zeitpunkt, als seine Seele die Erde zum ersten Mal wirklich berührte.
Krankheit will uns immer zurückbringen zu unserem wahren Sein.
Ist es ein Wunder, dass der sterbende Heine im Paragraph 7 seines Testamentes schreibt:
Hier hat der Heinrich - ich empfinde das so - zu Harry zurückgefunden, er hat - ohne das es explizit genannt ist - zu seinem Judentum zurückgefunden und damit auch sicherlich zu seinem Namen.
Seit vier Jahren habe ich allem philosophischen Stolze entsagt und bin zu religiösen Ideen und Gefühlen zurückgekehrt; ich sterbe im Glauben an einen einzigen Gott, den ewigen Schöpfer der Welt, dessen Erbarmen ich anflehe für meine unsterbliche Seele.
Wie wichtig ist es, dass wir kindlich zu sein vermögen. Nie käme einem Kind, auch keinem inneren Kind, in den Sinn, den Namen zu wechseln.
Auf diesem Hintergrund mag man verstehen, was ich davon halte, dass sich viele im Zuge ihrer esoterischen Entwicklung einen neuen Namen geben, um ihre Entwicklung zu demonstrieren.
Sie demonstrieren meines Erachtens ihre Fehlentwicklung.
In unserer inneren Kindheit und Kindlichkeit finden wir zu unserem Namen, in unserem Vornamen finden wir zu unserem heilen inneren Kind.
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Samstag, 15. Juni 2013
"was mit Kindern zu tun hat, gilt, zumindest in Deutschland, immer als zweite oder dritte Kategorie". – Was die Baumgeister Michael Ende so alles flüstern.
was mit Kindern zu tun hat, gilt, zumindest in Deutschland, immer als zweite oder dritte Kategorie — man hat es nicht ganz geschluckt, daß da plötzlich ein Kinderbuchautor in der literarischen Szene auftaucht. Aber eben deswegen, weil es gerade im Kinderbuch möglich ist zu spielen, habe ich zunächst einmal mit dem Kinderbuch angefangen. Nun hat eine Grenzüberschreitung stattgefunden. Diesen Spielcharakter will ich unbedingt beibehalten.
Unsere inneren Kinder spielen ständig das Spiel der Phantasie und wenn sie es bei manchen Erwachsenen nicht am Tag dürfen - immer mal wieder wenigstens, natürlich nicht ständig -, dann tun sie es nachts um so intensiver, denn da kann sie der Erwachsene nicht kontrollieren. Der nur wundert sich dann, dass er immer mal wieder morgens schweißgebadet aufwacht, weil sein kindliches Wesen am liebsten nicht aufwachen möchte in ein Gefängnis hinein, was sein Erwachsener Realität nennt, was sie allerdings nicht ist, denn die Wirklichkeit ohne Phantasie ist Leblosigkeit.
Oder kennen wir Menschen, die nur mit ihrer linken Kopfhälfte durch die Welt gehen?
Kennen wir Menschen, die nur als rechte Körperhälfte durch die Gegend gehen?
Nein?
Tun aber viele.
Wir nennen das linkshirnig.
Die Linkshirnigkeit, die reine Verstandesorientierung, entspricht der rechten Körperhälfte.
Viele tarnen das nur so geschickt.
Eines nur ist ganz wichtig und absolut bemerkenswert, so wie es Michael Ende formuliert:
Die beiden Welten gehören zusammen, sind aber getrennt. Man kann die eine Ebene nicht auf die andere verschieben. Das hieße — was übrigens in der Unendlichen Geschichte geschieht —, daß man aus Phantasien etwas mit in die Alltagswelt hinübernimmt. Das geht nicht. Nur die Veränderungen, die du selbst in Phantasien erlebst, kannst du mit hinübernehmen, aber nicht die Teile Phantasien selbst. Das gehört mit zu der ganzen Problematik, daß der Mensch eben auf mehreren Ebenen lebt, nicht nur auf einer.
Ich bin tatsächlich der Meinung, daß in den Bäumen sehr viel mehr lebt als das, was die Naturwissenschaft heute in einem Baum sieht. Der Baum ist eben nicht nur ein chemisches System, der Baum ist ein Lebewesen. Und in alten Zeiten nannte man das die Dryade. Wenn man ein bißchen intensiver mit Bäumen zusammenlebt, merkt man, daß hinter diesen Lebewesen auch etwas Geistiges steckt, etwas real Geistiges. Und ich bin durchaus der Meinung, daß in meinen Bäumen hier Dryaden wohnen.
Kreuzer meint dann:
Neuerdings müssen Kinder unbedingt die Renten sichern, insofern sind sie wichtiger geworden; ansonsten weiß Michael Ende wovon er spricht. Es waren seine inneren Kinder, die ihn zum Schreiben brachten; kein Wunder, schrieb er erst einmal Kinderbücher und im Grunde sind Momo und die Unendliche Geschichte ja auch Kinderbücher und Bücher für die inneren Kinder von Erwachsenen.
Deshalb machen sie manche so glücklich, weil ihre inneren Kinder sich wiederfinden und gegebenenfalls so richtig zum Leben erwachen.
Unsere inneren Kinder spielen ständig das Spiel der Phantasie und wenn sie es bei manchen Erwachsenen nicht am Tag dürfen - immer mal wieder wenigstens, natürlich nicht ständig -, dann tun sie es nachts um so intensiver, denn da kann sie der Erwachsene nicht kontrollieren. Der nur wundert sich dann, dass er immer mal wieder morgens schweißgebadet aufwacht, weil sein kindliches Wesen am liebsten nicht aufwachen möchte in ein Gefängnis hinein, was sein Erwachsener Realität nennt, was sie allerdings nicht ist, denn die Wirklichkeit ohne Phantasie ist Leblosigkeit.
Oder kennen wir Menschen, die nur mit ihrer linken Kopfhälfte durch die Welt gehen?
Kennen wir Menschen, die nur als rechte Körperhälfte durch die Gegend gehen?
Nein?
Tun aber viele.
Wir nennen das linkshirnig.
Die Linkshirnigkeit, die reine Verstandesorientierung, entspricht der rechten Körperhälfte.
Viele tarnen das nur so geschickt.
Eines nur ist ganz wichtig und absolut bemerkenswert, so wie es Michael Ende formuliert:
Die beiden Welten gehören zusammen, sind aber getrennt. Man kann die eine Ebene nicht auf die andere verschieben. Das hieße — was übrigens in der Unendlichen Geschichte geschieht —, daß man aus Phantasien etwas mit in die Alltagswelt hinübernimmt. Das geht nicht. Nur die Veränderungen, die du selbst in Phantasien erlebst, kannst du mit hinübernehmen, aber nicht die Teile Phantasien selbst. Das gehört mit zu der ganzen Problematik, daß der Mensch eben auf mehreren Ebenen lebt, nicht nur auf einer.
Offensichtlich ist dieser Unterschied wichtig.
Deshalb gibt es in unserem Kopf auch das corpus callosum, die so genannte Brücke, diese Verbindungsstelle im Gehirn zwischen rechter und linker Gehirnhälfte. Wir können nicht die rechte Gehirnhälfte da durchziehen. Das geht nicht und es wäre nicht gut.
Aber wir können in unser reales Leben die Leichtigkeit mitnehmen, die wir in Phantasien lernten. Wir können genauso mitnehmen, dass es Hilfen gibt, die sich unserer Kenntnis entziehen, die sind auf einmal da. Es ist nämlich eine Illusion zu glauben, in Phantasien wäre alles Eiapopeia. Deshalb brauchen wir z.B. den Glücksdrachen Fuchur. Man lese mal die Unendliche Geschichte und wie sich in Phantasien das Nichts ausbreitet. Vergessen wir nicht: Das tut es immer noch !! Wir sind nicht gerettet.
Wir brauchen noch mehr Bastiane, mehr Momos ...
Michael Ende ließ solche Hilfen zu. In einem Gespräch mit Franz Kreuzer erzählt er jenem, dass er gar nicht wusste, als er umzog, dass seine Wohngegend Valle spiriti beati heißt, Tal der seligen Geister.
Dann sagt er:
Ich bin tatsächlich der Meinung, daß in den Bäumen sehr viel mehr lebt als das, was die Naturwissenschaft heute in einem Baum sieht. Der Baum ist eben nicht nur ein chemisches System, der Baum ist ein Lebewesen. Und in alten Zeiten nannte man das die Dryade. Wenn man ein bißchen intensiver mit Bäumen zusammenlebt, merkt man, daß hinter diesen Lebewesen auch etwas Geistiges steckt, etwas real Geistiges. Und ich bin durchaus der Meinung, daß in meinen Bäumen hier Dryaden wohnen.
Kreuzer meint dann:
Es könnte also sein, daß zuerst Sie verzaubert worden sind, ehe Sie dann mit Ihrem Buch Hunderttausende verzaubert haben.
Michael Ende:
Michael Ende:
Ich hoffe sehr, daß mir die Dryaden behilflich sind bei dieser Verzauberung.
Lassen wir uns, liebe Leserin, lieber Leser, verzaubern.
Nicht von ungefähr nannte Morris Berman sen Buch Wiederverzauberung der Welt. Das Ende des Newtonschen Zeitalters.
Die Wiederverzauberung brauchen wir, um zu überleben.
Über diese Verzauberung wissen unsere unverletzten inneren Kinder bestens Bescheid.
Nehmen wir uns wieder Zeit, ihnen zu lauschen, was sie erzählen und was sie uns fragen.
Sie stellen keine Bedingungen. Sie sind einfach da.
So wie die seligen Geister.
So wie die seligen Geister.
Samstag, 25. Mai 2013
Wenn die Scham kommt, geht die Freude. - Jede Familie hat ihre eigenen Schamgesetze!
Vor vielen Jahren sitze ich mit meiner Tochter auf einer auf dem Boden ausgebreiteten Decke und wir spielen und balgen; meine Tochter kräht vor Freude, Bälle und Gegenstände fliegen durch die Luft und plötzlich höre ich mich sagen: >Komm, wir hören auf, sonst passiert noch was<.
Dieser Satz verblüffte mich total, denn es war ein Satz aus dem Repertoire meiner Mutter: Immer, wenn ich mit meiner eineinhalb Jahre älteren Schwester als Kind richtig herumtollte, kam dieser Satz oder ein vergleichbarer wie: >Hört auf, gleich gibt es ein Unglück!<
Heute wundert es mich nicht mehr, dass dann meistens auch etwas passierte, was unser Spiel abrupt unterbrach und meine Mutter entsprechend zetern ließ.
Heute wundert es mich nicht mehr, dass dann meistens auch etwas passierte, was unser Spiel abrupt unterbrach und meine Mutter entsprechend zetern ließ.
Wie es auch immer ausging: Dieser Satz bedeutete das Ende der Freude.
An anderer Stelle habe ich schon kurz über das Elternhaus meiner Mutter geschrieben; dort gab es keine Ausgelassenheit, keine Freude, die auch einmal überborden durfte …
Meiner Mutter war es nicht möglich, die ausgelassene Freude ihrer Kinder zu ertragen; zu groß war der Schmerz, dass diese Freude für sie immer ein Tabu gewesen war; wer sich in ihrem Elternhaus getraut hätte, sie zu zeigen, hätte sich - in übertragenem Sinne oder real - in die Ecke stellen müssen; doch die familiäre Atmosphäre sorgte schon immer dafür, dass in diese Verlegenheit keines der 10 Familienmitglieder kam .
Diesen Schmerz, keine Freude leben zu dürfen, muss die Seele wegsperren - nur gebremste Freude leben zu dürfen ist unerträglich; so wird dieses Bewusstsein weggesperrt, wird zu einer dunklen Seite des inneren Kindes, die sich in den unterschiedlichsten Formen beim Erwachsenen aktivieren kann, wenn sie ausgelöst wird; bei meiner Mutter wurde sie durch die eigenen KInder ausgelöst.
Sie konnte nicht anders, als deren überbordende Freude zu stornieren.
Alles andere war für ihr verletztes inneres Kind unerträglich.
Eigentlich unfassbar, dass die Freude der eigenen Kinder unerträglich ist; aber der familiäre Hintergrund meiner Mutter macht es verständlich.
Immer wieder aktivieren reale Kinder dunkle Seiten unseres inneren Kindes; deshalb ist dieses Wissen gerade für Lehrer so wichtig.
Da in dem Elternhaus meiner Mutter und entsprechend auch in meinem eigenen eine sehr traditionelle Religiosität gepflegt wurde, hatte Ausgelassenheit auch etwas Verruchtes an sich.
Damals wurde mir schlagartig bewusst, dass ich im Moment dabei war, dieses Scham-Muster an meine Tochter weiterzugeben: Freude, die an Scham gekoppelt und damit aussätzig war.
Wie die Pest!
Als ich mich mit dem Buch Bradshaws über die Scham auseinandersetzte, wurde mir bewusst, dass diese Thematik viel umfassender ist, als ich geahnt hatte, denn Freude gibt es ja nicht nur im Spiel, sondern: es gibt die Spielfreude, es gibt aber auch die Lebensfreude …
Auch Lebensfreude kann storniert werden - durch die Eltern!
Spätestens da wird das Thema existentiell …
Noch ein Nachtrag:
Noch ein Nachtrag:
Jede Familie hat ihre eigenen Schamregularien und –gesetze.
Wenn zwei Menschen nun zusammenfinden, treffen auch die Regelsysteme zweier Familien zusammen. Das kann im Bereich der Scham bedeuten, dass sich recht einverständig geschämt wird, weil die Regeln relativ deckungsgleich sind … es muss aber nicht sein … dann gibt´s Probleme.
Nicht selten mag es so sein, dass nicht die Liebe scheitert, sondern dass sich die Scham-Systeme als nicht kompatibel erweisen … aber das ist ein anderes Thema … wie sagte Herr von Briest in Theodor Fontanes Roman Effi Briest, dessen Tochter u.a. an diesem Problem zugrundeging: "Ein weites Feld".
Deshalb lebte diese Familie auch das "kleine Glück", die kleine Freude.
Für die Tochter hatte dieses "kleine Glück" zu wenig Lebensenergie; sie starb zu früh.
Sie trug die Scham auch ihrer Eltern mit.
Wenn zwei Menschen nun zusammenfinden, treffen auch die Regelsysteme zweier Familien zusammen. Das kann im Bereich der Scham bedeuten, dass sich recht einverständig geschämt wird, weil die Regeln relativ deckungsgleich sind … es muss aber nicht sein … dann gibt´s Probleme.
Nicht selten mag es so sein, dass nicht die Liebe scheitert, sondern dass sich die Scham-Systeme als nicht kompatibel erweisen … aber das ist ein anderes Thema … wie sagte Herr von Briest in Theodor Fontanes Roman Effi Briest, dessen Tochter u.a. an diesem Problem zugrundeging: "Ein weites Feld".
Deshalb lebte diese Familie auch das "kleine Glück", die kleine Freude.
Für die Tochter hatte dieses "kleine Glück" zu wenig Lebensenergie; sie starb zu früh.
Sie trug die Scham
Und noch eine Anmerkung:
Ich glaube, dass Mütter unbewusst (oder manchmal sogar bewusst) tatsächlich einen Wohnzimmer-Unfall energetisch inszenieren können.
Für den ein oder anderen mag das übertrieben sein, esoterisch (gemeint in einem abfälligen Sinn).
Aber man frage sich mal, warum jemand - ggf. immer wieder - "zufällig" das Messer mit offener Schneide zum Partner hinlegt oder warum manche Menschen ihre Brille immer auf die Gläser legen. Welcher unbewusste Plan dahintersteckt, so etwas zu tun.
Menschen sind leider manchmal viel machtvoller, als wir glauben. Jeder kennt Beispiele, wie sehr sich jemand im Beisein eines Anderen oder durch das Zusammensein mit ihm verändert ...
Zugleich aber gilt das Gegenteil: Eine Mutter kann ein wahrer Schutzmantel für ihr Kind sein.
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Donnerstag, 9. Mai 2013
Wie man lernt, sich selbst zu mögen und in der Welt Liebe zu finden. – Aus einer Tibetanischen Weisheit.
Wenn ein Kind kritisiert wird,
lernt es zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird,
lernt es zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird,
lernt es sich schuldig zu fühlen.
Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird,
lernt es geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird,
lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt,
lernt es zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird,
lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.
Tibetanische Weisheit
zitiert nach Anne Heintze
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